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Jansen Bar

Gotenstraße 71, 10829 Berlin

Seit einiger Zeit hat die bewährte Jansen Bar in Schöneberg neue Inhaber. Die Jansen Bar ist das vielleicht angenehmste Wohnzimmer unter den Berliner Bars und wir waren gespannt, wie das neue Team sich positioniert. Die Inneneinrichtung haben sie, klugerweise, nicht wesentlich verändert. Der neue Service ist freundlich und kompetent. Soweit so gut. Gründlich renoviert ist die Karte. Der Pisco Sour steht immer noch auf der Karte und wird in überdurchschnittlicher Qualität geboten. An den Pisco des Vorgängerteams kommt er nicht ganz heran, aber der Bartender hatte für diesen Cocktail auch ein begnadetes Händchen, an das nicht einmal die besten Kolleginnen und Kollegen in Peru und Chile herankommen.

Das aber ist schon die einzige Einschränkung, die wir am neuen Programm der Jansen Bar machen können – und die ist auch eher eine Erinnerung, denn eine ernsthafte Kritik. Das neue Menü des Teams ist einfach fabelhaft: kreativ, modern, originell, gekonnt und sehr unaufgeregt. Wir haben in den letzten Wochen ausgiebig getestet und keinen Flop erlebt.

Eines der originellsten Beispiele ist etwa der Spreewaldmartini (Fällinger Korn, Nolly Prat, Senfkörner, Spreewaldgurke und Gurkenwasser, Zitronenzeste). Was da vor einem steht ist kein Scherz, sondern ein erstklassiger, sehr ausgewogener trockener Martini, der es mit seinen berühmten Kollegen auf Wodka- oder Ginbasis locker aufnehmen kann. Klasse Idee, umwerfend umgesetzt. Mehr davon.

Service: 9 Punkte

Ambiente: 9 Punkte

Qualität: 9,5 Punkte

Summe: 27,5 Punkte

Lang Bar

Hardenbergstraße 28, 10623 Berlin

In der Lang Bar im Zoofenster im alten West-Berliner Zentrum, das sich im permanenten Umbau befindet, soll man sich „ein bisschen wie im Film“ fühlen, so die von der „RTL Radio Center Berlin GmbH“ betriebene Hommage „top10berlin.de“, auf der alles immer nur super ist. Was für ein Film? Die Homepage mein: „Smart gekleidete Barkeeper zelebrieren die Kunst der Cocktailzubereitung, wie sie aus dem legendären Luxushotel The Waldorf Astoria New York bekannt geworden ist, mit ein paar Berliner Extras!“

Aha. War der Barkeeper „smart“ gekleidet? Wir können uns an nichts Auffälliges erinnern. Wurde irgendwas „zelebriert“? Ja, die Preise. International mag das Niveau gängig sein, in Berlin bekommt man doppelt so gute Cocktails für zwei Drittel des Preises.

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Das Interieur ist in Ordnung, man sitzt angenehm und im Vergleich zu den meisten Hotelbars dieser Klasse durchaus überdurchschnittlich. Dekoration und die Karte spielen mit dem Namensgeber Fritz Lang, durchaus ansehbar.

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Verteilt über ein Jahr haben wird die Lang Bar drei Mal besucht und zum Beispiel den Astoria Cocktail (Old Tom Gin, Nolly Prat, Orange Bitter) gekostet, den Waldorf Cocktail (Old Oberhold Rye Whiskey, Bunt e Mes, Pernod Absinth, Whiskey Bitter) und noch einige andere Cocktails. Die Qualität war konstant mittelmäßig, keine Ausfälle, keine Highlights. Trinkbar, nicht mehr und nicht weniger. Der Name Fritz Lang verspricht etwas anderes.

Qualität: 6 Punkte

Service: 6 Punkte

Atmosphäre: 7 Punkte

Summe: 19  Punkte