Schlagwort-Archive: Martini

JUNELI BAR

Annapurna Hotel, Freak St, Kathmandu 44600, Nepal

Im Annapurna Hotel bieten sowohl das Restaurant wie die Juneli Bar ein veritables Menü. Neben einigen Klassikern gibt es Eigenkreationen, wie den Annapurna (Vordka, Orange Juice and Blue Curacao). Die Atmosphäre ist angenehm, das Essen gut und die abwechslungsreiche nepalesische Küche zeigt, was sie kann: Vielfalt, viel Gemüse, wenig Fleisch, starken Geschmack. Dazu spielt eine einheimische Band Traditionelles im klassischen Ambiente. Ja, es ist alles für Touristen, aber trotzdem gut.

Wir wählen einen einfachen Martini und der ist in jeder Hinsicht tadelllos. Nur wenig entfernt vor dem steilen Aufstieg zum Himalaya, der uns ab dem nächsten Tag mit langen Tagestouren erwartet, ein besonderes Erlebnis. Die Bar des Annapurna Hotel ist ein angenehmer Ort. Wer eine Pause und einen guten Schluck sucht – hingehen!

Service: 7 Punkte

Ambiente: 7 Punkte

Qualität: 7 Punkte

Summe. 21 Punkte

 

MAZE

Mehringdamm 61, 10961 Berlin-Kreuzberg

Die Anpreisungen sind beachtlich: „Raum für Ausstellungen, Kino, Party, Theater, Gespräche und gute Stimmung von der Tür übers Publikum bis zur Bar.“ Fehlt was?

Wir kommen einfach nur zum Trinken, an einem Freitag noch vor der üblichen Partyzeit. Tief geht es hinunter ins Kellergewölbe, das wir,  na ja, sagten wir als authentisch, durchgehen lassen. Nett.

Der freundliche Bartender freut sich über die ersten Gäste des Abends, wir machen es einfach, bestellen einen trockenen Martini.

Zunächst jedoch kommen Salzstangen. Die Martinis, die kurz darauf serviert werden, sind  wunderbar: Schön trocken, nicht zu stark, nicht zu schwach, sehr solides Handwerk. Und das bitte, möchte niemand unterschätzen.

Kino, Party und Theater hatten wir an diesem Abend nicht. Aber die Gespräche und die Cocktails haben sehr gefallen. Beschwingt verlassen wir den freundlichen Ort und während wir beim Hineingehen die Diskokugel und die Lichterketten noch etwas albern fanden, freuen wir uns nun über diese Deko. Warum eigentlich nicht?

Qualität: 7,5

Service:7,5

Atmosphäre: 7,5

Summe: 22,5

 

 

 

 

 

 

CHAR Bar

585 Zhongshan East 2nd Rd, Huangpu Qu, Shanghai Shi, China

Die CHAR Bar im Indigo-Hotel Shanghai bietet einen grandiosen Blick auf die Stadt. Wir erwischen einen Tag mit einigermaßen guter Sicht und  mäßigem Wind.

Der Service ist zuvorkommend und auf der Terrasse servierte Barfood originell. Wir bestellen den „007„, den die Karte wie folgt beschreibt:  „James Bond’s oder to a lost lover, this potent tripple is not for the Fait heartet with gin, vodka and Cocchi Americans. Shaken and disturbed.“ Keine überraschende Geschichte.

Der Martini, der dann serviert wird, ist vollkommen makellos: kräftig, aber nicht zu stark, frisch und sehr elegant. Martinis können sie.

Auch die von den Begleiterinnen bestellten Drinks sind ausgewogen und gut.

Stilistisch bietet die CHAR Bar modernes Shanghaiflair, das vor allem eines ausstellt: die spektakuläre Silhouette der Stadt.

Qualität: 9 Punkte

Service: 8 Punkte

Atmosphäre: 10 Punkte

Summe: 27 Punkte

 

FISHBONE

400 Monroe Ave, Detroit, MI 48226, USA

Das Fishbone ist eine Institution in Detroit. Burger, Sushi, Pizza, hier gibt es alles. Und im Dezember und Januar ist das riesige Etablissement mit mehreren Bereichen kein schlechter Ort, um den eisigen Winter zu überstehen.

Auf die Idee eine im Martini badende, fröhliche Languste zum Logo zu machen, muss man erst mal kommen.

2017_USA_Detroit_Fishbone_06

Die Getränkeauswahl ist groß, selbst deutsche Exulanten können sich hier mit Jägermeister erwärmen. Wir wählen einen traditionellen Martini (Botanist Gin, Dry Vermuth.) Der freundliche Service braucht seine Zeit bis der Cocktail auf dem Tisch steht. Wenn man nach einem Spaziergang durchgefroren ist, hilft er sofort, aber lange aufhalten sollte man sich mit dem Getränk nicht, schon nach einigen Minuten zerfällt er deutlich.

2017_USA_Detroit_Fishbone_09

Das die Gesellschaft angenehm ist und gut gelaunt, fällt das an diesem Abend nicht weiter ins Gewicht.

Qualität: 4 Punkte

Service: 4 Punkte

Atmosphäre: 7 Punkte

Summe: 15 Punkte

BAR AM STEINPLATZ

Steinpl. 4, 10623 Berlin

Auch das Bar-Publikum will immer wieder überrascht werden. Die Bar am Steinplatz in Berlin-Charlottenburg probiert es gestalterisch mit hinterleuchtetem Stein. Das wird immer wieder versucht, etwa im Do & Co Hotel in Wien oder in der Onyx Lounge in Darmstadt. Es bleibt in der Regel problematisch, weil vor allem die Beine beleuchtet werden und der Tresen und die Tische daneben verblassen. Wirklich überzeugt hat es uns nur in der Loos-Bar in Wien. Hier hat Adolf Loos 1910 in der von ihm gestaltzeten Baar eine Wand und die Kassettendecke aus Stein gestaltet und es ihm gelingt eine sehr angenehme, intime Atmosphäre.

In der Bar am Steinplatz beleuchtet das Licht, was gesehen werden soll: teure Materialien und Leuchtkörper, die stylisch sein wollen. Wer die sehr schön gestaltete Karte lesen möchte, hat besser eine Taschenlampe bei sich. Ansonsten dominieren kühle Materialien und Farben.

img_1544

2014 wurde die Bar am Steinplatz eröffnet und im Oktober 2016 zur „Hotelbar des Jahres 2017“ gewählt. Der Service ist freundlich und die Karte verspricht Innovationen. Die sind in der Barszene immer noch gesucht, aber es gibt sie: Wie etwa der Barkeeper des brasilianischen Kochs Alex Atala in seinem Restaurant D.O.M. in Sao Paulo den Martini neu erfindet, in dem er ihn dekonstruiert und mit Gin, Olivenöl und Pfeffer aus dem Amazonas neu konstruiert, das ist ein Erlebnis, das einen zum Staunen bringt. Optisch und geschmacklich. Die Essenz des Martini ist eine sehr gelungene Weiterentwicklung des Klassikers. Auch hierzulande gibt es gute moderne Konzepte, wie die Cocktails des CODA DESERT BAR  in Berlin-Neukölln (Friedelstraße 47, 12047 Berlin, http://betreutes-trinken.com/coda/). Dort werden die Cocktails als Begleitung zu Nachtischen kreiert. Das ist originell, geschieht auf hohem Niveau und ist in dieser Form in Europa einmalig. Am unterhaltsamsten ist schließlich das FRAGRANCES am Potsdamer Platz (Potsdamer Platz 3, 10785 Berlin, http://betreutes-trinken.com/fragrances-bar/). Dort dienen Parfums als Vorbilder für Cocktails, die raffiniert den Geschmack, nein, nicht imitieren, sondern interpretieren, was durchweg gut gelingt.

Das Konzept der Bar am Steinplatz ist vielversprechend. Im Angebot stehen sechs regionale und neun internationale Spezialitäten. Namen haben die einzelnen Cocktails nicht, stattdessen entscheidet sich der Gast für einen tragenden Alkohol, zum Beispiel Wodka oder Gin. Dann bietet die Karte etwa als regionale Spezialität „Himbeere, Schwarze Johannisbeere, Essig, Vodka“ und als Internationale Spezialität „Rote Beete, Ananas, Minze, Zitrone und Tanqueray No. Ten Gin“. Das klingt spannend.

img_1547

Was dann allerdings auf den Tisch kommt ist – leider – untrinkbar. Es ist durchaus vorstellbar, dass die regionale Spezialität funktioniert, aber sowohl die Johannisbeere und der Essig sind so überdosiert, dass der Cocktail tatsächlich nach zwei kleinen Schlucken stehen bleibt. Ähnliches widerfährt der internationalen Spezialität. Die Rote Beete ist penetrant dosiert und der Minzvorgarten im Glas würde locker für zwei Mojito ausreichen. Abgesehen davon, ist das Glas mit drei großen Eiswürfeln so überfüllt, dass man schlicht nicht daraus trinken kann. Auch dieser Cocktail bleibt nach zwei Schlucken stehen. Das ist bisher nur einmal vorgekommen. Sehr bedauerlich.

Gewagte Konzepte benötigen Profis hinter dem Tresen. Die waren am besagten Abend nicht bei der Arbeit. Wie die „Bar am Steinplatz“ zur „Hotelbar des Jahres“ gewählt werden konnte, bleibt uns nach diesem Besuch ein Rätsel.

Service: 5

Atmosphäre: 5

Qualität: 0

Summe: 10

 

The Bar Marqués

Graefestraße 92, 10967 Berlin

Das The Bar Marqués hat einen guten Ruf als Geheimtipp, sie gilt als „Perle“ und in der Tat ist die Bar ungewöhnlich für Berlin. Im Keller des Restaurants Marqués pflegt die Bar ihren eigenen Stil. Sofas, Sessel, ein Klavier, Kerzen, Bilder – der Habitus ist eindeutig am englischen Club orientiert. „Old fashioned“ gilt hier als Qualität. Der Service bewegt sich im Stil dieser Bühne, denn diese Bar ist eine, und fragt nach den Wünschen der Gäste, ob die Drinks dann schmecken und ob man noch etwas begeht. Ein klassischer „Kontakter“, würde man im Agenturbusiness sagen, der allerdings in fast amerikanischer Frequenz agiert und eher modernen Marketingregeln zu folgen scheint, denn seinem Blick und Gespür.

IF

Eine Karte hat „The Bar“ nicht. Das bedeutet erfahrungsgemäß teure Cocktails, was sich später bestätigt. Internationales Preisniveau. Das wäre vollkommen akzeptabel, wenn die Qualität der Cocktails dafür stehen würde. Das gilt am Abend unseres Besuchs jedoch nicht. Gefragt nach den Wünschen, bestellen wir einen trockenen Martini und die Dame ordert „einen Cocktail für Männer, mit klaren Schnäpsen, herb, nicht süß“.

IF

Der Martini ist in Ordnung, nicht mehr und nicht weniger. Der andere, „starke, klare“ Cocktail, dessen Namen wir nicht erfahren, ist rot, besteht zu einem beträchtlichen Teil aus Campari und ist unglaublich süß. Er ist das, was in immer noch zu vielen Bars als „Damencocktail“ gilt. Er ist gerade noch trinkbar, aber keinesfalls das, was geordert war. Wir machen noch einen Versuch, wollen wissen, was der Bartender kann, und bestellen einen Martinez. Wir kosten, sind überrascht, kosten noch einmal und lassen den süßlich-klebrigen Cocktail stehen.

The Bar kommuniziert einen hohen Anspruch, den die Einrichtung bei unserem Besuch leider nicht erfüllt.

Qualität: 4 Punkte

Atmosphäre: 7,5 Punkte

Service: 4 Punkte

Summe: 15,5 Punkte