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CAMPELL BAR

15 Vanderbilt Ave, New York, NY 10017, USA

Die Campbell Bar ist dort, wo niemand sie vermuten würde: Auf dem Weg zwischen den Gleisen des Bahnhofs durch die große Halle führt der Weg entweder direkt nach draußen – vielleicht über die Great Northern Food Hall des Gewinners des ECKART 2015 (http://www.eckart-witzigmann-preis.de/preistraeger-2015/) – oder hinunter in der Food Court mit der legendären Oyster Bar. Auf halbem Weg führen ein Fahrstuhl und eine steile Treppe hinauf zur Campbell Bar.

Sie besteht seit der Zeit der Prohibition, zu der angeblich hier ein Ehepaar gewohnt und Whisky in Tassen ausgeschenkt haben soll.

Sicher scheint folgendes: Benannt ist die Bar nach John W. Campbell,  einen Investor, der 1923 hier seinen privaten Club eingerichtet hat. Im Stil der Zeit renoviert, erwartet den Besucher ein riesiger Raum mit einem mächtigen Tresen, einem offenen Kamin und schweren Ledersesseln. Schummrig und so konsequent altmodisch, dass man staunt und sich wohl fühlt.

Die Karte bietet neben klassischen Cocktails einige „Old Fashioneds“ und eigene „House Cocktails“.  Wir bestellen bei der freundlichen Bedienung John Campbell’s Martini (Stoli Elit Vodka, Carpano Dry Vermouth, Castelvetrano olives) und einen Aviation (Nolets Gin, Creme De Vioelette, Maraschino Liqeuer, Fresh Lemon). Beide Cocktails sind von excellenter Qualität, schmecken spritzig und frech. Die Balance zwischen klassischer und moderner Cocktail-Kultur gelingt hervorragend.

Wo immer man sich in New York aufhält, die Campbells Bar ist einen Umweg wert.

Qualität: 8,5 Punkte

Service: 8 Punkte

Atmosphäre: 9,5 Punkte

Summe: 26 Punkte

BONBON BAR

Torstraße 133, 10119 Berlin

„Die Bar glänzt mit schwarzem Art-déco-Tresen im avantgardistischen Ambiente und täglich wechselnden Szene-DJs.“ Das sind so die Texte, die heute üblich sind, um sich selbst anzupreisen. „Glänzt“ die Bar? Na ja, diese Bezeichnung wäre uns beim Besuch nicht eingefallen. Aber nett ist die Einrichtung schon, wenngleich im gesamten nicht „stimmig“, denn wenn schon Art Déco, dann doch bitte auch die Musik und die Cocktails aus der Zeit.

Lassen wir das mit der Goldwaage. Die Atmosphäre jedenfalls ist angenehm, die Musik unaufdringlich und die Karte, die der zügige Service bringt, spannend.

Vom Laffy Taffy haben wir bis dahin noch nie gehört uns auch im Netz nicht viel dazu gefunden. Er besteht aus Rutte Old Simon Genever, Fresh Lime, Apple & Lemongrass Syrup und Sichuan Pepper. Das klingt mutig. Vor allem die Idee den Gin durch Genever zu ersetzen ist ungewöhnlich und funktioniert sehr gut. Zitrone und Sirup sind schön dosiert, so dass der Cocktail weder zu säuerlich, noch zu süß gerät. Das Ganze wird kontrastiert durch die Schärfe des Pfeffers. Ein sehr gelungener und deutlich überdurchschnittlicher Cocktail.

Den Deez Nuts Sour (Mitcher’s Rye Whiskey, Fresh Lemon, Walnut Bitter, Walnut Oil, Eggwhite) fanden wir nicht ganz so stark, eine Spur zu aufdringlich, aber dennoch gut trinkbar.

Ein Besuch ist sehr zu empfehlen.

Qualität: 7,5 Punkte

Service: 7,5 Punkte

Atmosphäre: 8 Punkte

Summe: 23 Punkte