HISTORIC PARC INN

7 West State St., Mason City, USA

In the „middle of nowhere“ steht das Historic Park Inn. Wer sich mit dem Architekten Frank Lloyd Wright beschäftigt, kann auf dieses Hotel stoßen: Aber wer käme schon auf die Idee, dass es immer noch existiert? Wunderbarerweise ist ist dem so. In der Annahme, dass es zum einen völlig ausgebucht und zum anderen unbezahlbar sein muß, nahmen wir uns vor, dort zumindest einen Kaffee zu trinken. Das war die einzige Idee, die sich dann nicht erfüllte. Überraschenderweise erwies sich das Hotel als buchbar im Internet, der Preis von gut 100 Dollar für so ein Haus erschien und mehr als günstig und so schlugen wir zu.

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Mason City liegt abseits der Hauptreiserouten. Nach abenteuerlicher Anfahrt erreichten wir die kleine Stadt und das Hotel an einem Sonntagnachmittag. Frisch, sehr sorgfältig und liebevoll renoviert standen wir staunend vor dem Meisterwerk. Dort sollten wir wohnen?

Allerdings sah das Hotel, wie die gesamte Stadt, nicht allzu belebt aus, doch der Empfang war besetzt mit einem jungen Mann von knapp über zwanzig, der uns erwartete und freundlich begrüßte. So waren wir jetzt zu dritt in – und mehr wurden wir auch nicht. Wir waren und blieben die einzigen Gäste in Frank Lloyd Wrights Hotel in Mason City, Iowa.

Wir bekamen unser Zimmer und es schien als hätte der Meister gerade erst die Abnahme gemacht, ein schlichte Sensation.

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Jetzt gab es nur ein Problem. Mason City ist sonntags geschlossen. Geschlossen heißt geschlossen. Alles. Kein Restaurant, kein Imbiss, nicht mal eine Tankstelle. Rein gar nichts. Hotelbar, Hotelrestaurant, ja gerne, meinte der junge Mann, aber leider nicht heute.

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Nach etwas Zurückhaltung setzten wir uns auf die wunderbare Terrassen und tranken … nun ja, Wasser. Zunächst. Denn der USA-Reisende abseits der Hot Spots ist vorbereitet. Also öffneten wir den Picknickkorb: Brot, Käse, Oliven, Cracker, Kekse, Marmelade, Äpfel, Zitronen, Mixed Pickles und – zum Glück – ausreichend Gin und Tonic. Wir fingen an auszupacken und die Terrasse einzunehmen. Nach einer Minute kam empört der Concierge, irritiert und fragte, was wir denn hier täten.

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Wir erläuterten ihm die Lage und er hatte auch keine Idee, wo man im Radius von 50 Meilen irgend etwas zu Essen bekäme. „Sonntags ist hier nie was los.“ – „Aber Sie haben Gäste am Sonntag.“ – „Ja, ab und zu.“ – „Warum bieten Sie Ihnen nicht einen Picknickkorb an?“ Der junge Mann fand das eine interessante Idee und die nächste halbe Stunde verbrachten wir damit, imaginäre Picknickkörbe der Größen S, M, L und XL für normale Leute, für Vegetarier, Veganer und alle möglichen Weltanschauungen zu entwickeln. Diese Idee nahm der Concierge mit in den Feierabend, hinter ließ noch seine Nummer für Notfälle und und wir waren allein in Frank Lloyds Historic Park Inn.

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Den Abend verbrachten wir auf der Terrasse mit einem vergnüglichen, aus unseren Vorräten kreierten Menü, langen Gesprächen über dies und jenes, lediglich unterbrochen von einem kleinen Spaziergang durch die stille Stadt. Als es dämmerte entschieden wir und für das Freilichtkino und sahen auf dem Laptop Hitchcocks  „Nort by Norhtwest“, tranken Gin Tonic und bewunderten den grandiosen Abendhimmel von Iowa.

Qualität: außer Konkurrenz

Atmosphäre: unvergleichlich

Service: Americans finest

Summe: einzig

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