Bar_O_Meter

Gutenbergstraße 103, 14467 Potsdam

Ein Besuch des hoch gelobten „Bar-O-Meter“ war überfällig. Die Kritiken der letzten Jahre sind glänzend, unsere Erwartungen entsprechend hoch.

Allerdings beginnt unser Besuch mit einer Verzögerung: „Wir brauchen noch noch 10-15 Minuten, bevor wir öffnen“, lautet die Auskunft. Also noch ein Rundgang durch die liebliche Potsdamer Altstadt.

20 Minuten später dürfen wir eintreten. Entgegen mancher Rezensionen gibt es keine Karte, denn es gehört zum Konzept der  in einem schönen Kellergewölbe untergebrachten Bar darauf zu verzichten und stattdessen im Gespräch herauszufinden, was dem Gast schmecken könnte. Warum nicht?

Es wird ein mühsames Gespräch. Die Fragen geraten so manieriert, dass einem nach zehn Minuten schwindelig wird von all dem Text über Essignoten, Säure und Co.

Wir bestellen einen Pisco Sour und einen Brandy Alexander, also nichts wirklich Exotisches. Geliefert werden ein sauerer Longdrink mit Pisco und viel, viel Eis. Mit der Bestellung hat das nicht im Entferntesten etwas zu tun. Aber selbst wenn davon absieht und sich auf den Drink einlässt: er ist wirklich nicht gut und bleibt stehen.

Der Brandy Alexander ist nicht viel besser. Schlecht dosiert zerfällt nach den ersten Schlucken – und mehr ist dazu nicht zu sagen.

Schade. Vielleicht hatte das Bar-O-Meter einfach einen schlechten Abend. Aber wir die zum Teil enthusiastischen Empfehlungen zustande kommen, hat sich uns leider nicht erschlossen.

Qualität: 0 Punkte

Service: 0 Punkte

Atmosphäre: 8 Punkte

Summe: 8 Punkte

BONBON BAR

Torstraße 133, 10119 Berlin

„Die Bar glänzt mit schwarzem Art-déco-Tresen im avantgardistischen Ambiente und täglich wechselnden Szene-DJs.“ Das sind so die Texte, die heute üblich sind, um sich selbst anzupreisen. „Glänzt“ die Bar? Na ja, diese Bezeichnung wäre uns beim Besuch nicht eingefallen. Aber nett ist die Einrichtung schon, wenngleich im gesamten nicht „stimmig“, denn wenn schon Art Déco, dann doch bitte auch die Musik und die Cocktails aus der Zeit.

Lassen wir das mit der Goldwaage. Die Atmosphäre jedenfalls ist angenehm, die Musik unaufdringlich und die Karte, die der zügige Service bringt, spannend.

Vom Laffy Taffy haben wir bis dahin noch nie gehört uns auch im Netz nicht viel dazu gefunden. Er besteht aus Rutte Old Simon Genever, Fresh Lime, Apple & Lemongrass Syrup und Sichuan Pepper. Das klingt mutig. Vor allem die Idee den Gin durch Genever zu ersetzen ist ungewöhnlich und funktioniert sehr gut. Zitrone und Sirup sind schön dosiert, so dass der Cocktail weder zu säuerlich, noch zu süß gerät. Das Ganze wird kontrastiert durch die Schärfe des Pfeffers. Ein sehr gelungener und deutlich überdurchschnittlicher Cocktail.

Den Deez Nuts Sour (Mitcher’s Rye Whiskey, Fresh Lemon, Walnut Bitter, Walnut Oil, Eggwhite) fanden wir nicht ganz so stark, eine Spur zu aufdringlich, aber dennoch gut trinkbar.

Ein Besuch ist sehr zu empfehlen.

Qualität: 7,5 Punkte

Service: 7,5 Punkte

Atmosphäre: 8 Punkte

Summe: 23 Punkte

BLUE BAR

59 W 44th St, New York, NY 10036, USA

Die Blue Bar ist eine Legende. 1933 eröffnet, war sie das Wohnzimmer zahlreicher Schriftsteller: Derek Walcott, William Faulkner, Lewis Sinclair – wahrscheinlich ist es einfacher die aufzuzählen, die nicht hier getrunken haben.

Seit ihrer Renovierung 2012 ist die Bar leider ein Touristen-Nepp.

Der Bloody Mary ist schlicht untrinkbar, wird aber auf Nachfrage durch eine annähernd akzeptable Version ersetzt. Der Hamlet (Stoli Orange Vodka, Cointreu, Fresh Orange, Fresh Lime & Prosecco) … ach was, soll’s: Wir sitzen für eine halbe Stunde an einem besonderen Ort und vielleicht findet sich eines Tages jemand, der aus diesm Ort wieder eine richtige Bar macht.

Qualität: 2 Punkte

Service: 5 Punkte

Atmosphäre: 1 Punkte

Summe: 8 Punkte

SKY BAR

Landsberger Allee 106, 10369 Berlin

„Partyfeeling in guter alter Barkultur mit Culture Clash zur freaky Mixologenszene. Kurz: Classy Classics meet Berlin Style Cocktails.“ So beschreibt sich die Bar selbst.

Der Blick jedenfalls ist spektakulär. Die Inneneinrichtung durchaus schlüssig, allerdings zieht es bei unserem Besuch beträchtlich, was aber nicht an der Höhe der in der 14. Etage untergebrachten Location liegt, sondern an der Klimaanlage.

Der Service, ja, ist vorhanden. Wenn man ihn – obwohl die Bar bei unserem Besuch nur wenige Gäste hat – höflich bittet. Nach angemessener Zeit gewährt man uns einen Blick in die Karte. Allerdings nur kurz. So sehr sich der Service am Anfang Zeit gelassen hat, jetzt holt er sie wieder auf.

Wir bestellen den  „Monkey Gland“ und den „Pirat im Kräutergarten„. Ersterer enthält Tanqueray London Dry Gin, Orangensaft, Grenadine, Zuckersirup und Absinth. Eine spannende Mischung, die Ausführung fällt für unseren Geschmack allerdings deutlich zu süß aus. Das Rezept kann mehr.

Das gilt leider auch für den zweiten Cocktail. Der „Pirat im Kräutergarten“ besteht aus Kraken Blackspiced Rum, Salbeisirup, Zitronensaft, Orange und OrangensaftSalbei und Zitronen Espuma. Leider verspricht auch dieses Rezept mehr als der Cocktail dann hält. Wenn schon Espuma, dann doch bitte richtig. Richtig meint ungefähr so wie das Fariy Tale das kann. Dann machen Anleihen an die Molekularküche nicht nur Laune, man versteht sie auch.

Die Idee einige modernere Kreationen zu bieten ist sehr zu begrüßen. Sie sind in der wirklich guten Karte als „Berlin Style“ gekennzeichnet. Der Anspruch vermittelt sich nur ansatzweise. Wie die Modernisierung von Klassikern wunderbar funktionieren kann, lässt sich etwa in Hildegard Bar erleben, wo die Cocktails wirklich Pfiff haben und überraschen.

Vielleicht haben wir auch nur einen Abend erwischen, an dem es nicht so rund lief. Wir fanden die Bar in Lichtenberg jedenfalls klasse und sind sicher, dass sie ihr Potenzial noch ausschöpft.

Qualität: 6 Punkte

Service: 5 Punkte

Atmosphäre: 8,5 Punkte

Summe: 19,5 Punkte

 

JARDINES DE SABATINI

  Cuesta San Vicente, 16, 28008 Madrid, Spanien

Am frühen Abend sind die Jardines de Sabatini vis-a-vis vom Schloss ein guter Ort, um den Abend zu begonnen. Die Terrasse ist ist gut dimensioniert, man sitzt angenehm und die Drinks sind für eine kurze Pause in Ordnung.

Sensationell ist der Blick auf das Schloss und den Botanischen Garten, den König Philipp II. 1755 anlegen ließ. Francesco Sabatini hieß der Architekt, der den Garten zusammen mit dem Botaniker, Arzt und Dichter Casimiro Gómez Ortega, gestaltete.

Die Geschichte des Gartens lässt sich an anderer Stelle nachlesen. Wir genießen den angenehmen Ort, finden die Cocktails sehr bunt und ganz in Ordnung, erwähnen den Service nicht weiter und freuen uns an dem unvergleichlichen Blick.

Qualität: 6

Service: 5

Atmosphäre: 9

Summe: 20