THE BAR

Grand Central Station, Nordic Food Hall, Vanderbilt Hall, 89 East 42nd Street, 10017 New York City, USA

Der kreative dänische Koch und Grastronomieunternehmer Claus Meyer – Gewinner des Internationalen Eckart Witzigmann Preises „ECKART 2015 für Kreative Verantwortung und Genuss“ (http://www.eckart-witzigmann-preis.de), ist erneut aufgebrochen: Nach der Gründung des mehrfach zum besten Restaurant der Welt gewählten NOMA in Kopenhagen, das die Nordic Cuisine berühmt gemacht hat, und seinen Aktivitäten in Bolivien, hat er nun in der Grand Central Station die Nordic Food Hall eingerichtet.

Dort findet sich auch THE BAR – hell, übersichtlich, sympathisch.

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Auf der Karte finden sich vier Cocktails, streng genommen Aperitifs, die unkomplizierten, aber durchaus raffinierten Genuss versprechen.

Wir wählen den Rabararinia mit Rhabarbersirup, Thymian und Hampton Rum. Letzterer wird auf Long Island in Montauk destilliert, mit einem spürbaren, aber keineswegs alles überlagernden Zimt-Anteil, was eine zeitlang in den USA groß in Mode war.

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Das Ergebnis ist ein sehr ansprechender,  leichter und unkomplizierter Cocktail für heiße Tage. Der selbst gemachte Sirup und der frische Thymian harmonieren gut mit dem Rum, die Mischung der Zutaten ist ausgewogen und harmonisch. Der Cocktail  hat Kraft und Geschmack.

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Der Service serviert den Rabararinia lächelnd und mit der berühmten amerikanischen Freundlichkeit. Der Platz am Tresen von Claus Meyers THE BAR bietet eine angenehme Pause inmitten des quirligen Midtown-Lebens von New York.

Qualität: 8,5 Punkte

Service: 8,5 Punkte

Atmosphäre: 8,5 Punkte

Summe: 25,5  Punkte

CODA

Friedelstraße 47, 12047 Berlin

Berlins Dessert-Bar CODA hat am 10. August 2016 eröffnet. Das Konzept: Neue, moderne Patisserie und dazu passende Cocktails. Zwei Tage nach der Eröffnung probieren wird die Idee aus. Natürlich können Desserts und Cocktails auch getrennt bestellt werden, aber am spannendsten sind die Nachtische, zu denen passende Cocktails gereicht werden. Wir probieren den Nachtisch „KIWI: DINKELGRAS:HIMBEERE MANDELMILCH“, dazu der Cocktail „traube:muss:alge cognac, maraschine, aprikosenkernöl“ und „PAPRIKA:PFIRSICH:BÜFFELMILCH MILCHBISKUITT, GRANITÈE“ und „vanille:orange:ingwer barbados rum, zitrone„. Die Schreibweise ist so wieder gegeben wie sie in der Karte steht. Auch wenn diese Art Dinge zu schreiben nun wirklich allmählich überholt und affektiert ist, die Desserts und Cocktails sind exzellent und zählen zweifellos zum Besten, was im Moment im Land kredenzt wird.

Zu den Nachtischen nur so viel, dass es höchst erfrischend ist, endlich einmal moderne, zeitgenössische Desserts jenseits von Creme Brulet und Co. zu bekommen, die zugleich nicht so avantgardistisch sind, dass sie allenfalls ein paar Gastronomiekritiker begeistern. Die beiden gekosteten Nachtische haben uns begeistert. Geschmack, Ausgewogenheit, Menge, Süße – sehr gelungen.

Zu Nachtischen Cocktails zu anzubieten ist nicht ohne Risiko. Aber es lohnt und wir wüssten im Moment in  Berlin keinen zweiten Ort, an dem so innovative und mutige Cocktails serviert werden. Der „traube:muss:alge“ hat Kraft und Rafinesse. Er ist fruchtig, ohne zu süß zu sein und die  Idee mit dem Aprikosenkernöl ist stark.  Der „vanille:orange:ingwer“ ist etwas heimtückisch und nichts für Anfänger. Der Ingwer gibt dem Drink eine gewisse Schärfe, ohne dass sie alles überdeckt. Wie stark der Cocktail jedoch tatsächlich ist, merkt man erst später. Beide Cocktails sind sowohl in der Komposition wie in der Ausführung wunderbar gelungen und passen hervorragend zu den Desserts. Die Empfehlung ist kein leeres Versprechen, sondern ein geschmackliches Erlebnis – Respekt und Kompliment.

Der Service war bei unserem Besuch nett und freundlich, auch wenn er – wie überall, wo man auf sich hält – nichts unversucht lässt, sein Wissen an die Frau und den Mann zu bringen. Herjehh, die ganze Welt scheint zur Erziehungsanstalt geworden zu sein. Hier immerhin ohne die vielfach übliche Penetranz. Ansonsten macht sich die gut einsehbare Küche etwas zu wichtig und ist eine Spur zu laut, die richtige Lichtstimmung findet sich noch und die minimalistische Musik, die an diesem Abend laufen musste,wirkt ähnlich bemüht wie die Schreibweisen in der Karte.

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Doch all diese Kleinigkeiten dürfen kurz nach Eröffnung nicht auf die Goldwaage gelegt werden und sie trüben den Eindruck nicht wirklich. Die Desserts sind eine Entdeckung und Cocktails im CODA verdienen die Höchstnote.

Qualität: 10 Punkte

Service: 7,5 Punkte

Atmosphäre: 7,5 Punkte

Summe: 25  Punkte