Jansen Bar

Gotenstr. 71, 10829 Berlin

Highlight der abseits aller Hot Spots Berlins auf der „Roten Insel“* in Schöneberg gelegenen Bar ist der Pisco Sour. An keinem anderen Ort und in keinem anderen Land wird er auch nur annähernd so gut gemixt. Wunderbar ausbalanciert ist die Mischung von Pisco und Zitronensaft, perfekt die Konsistenz des Eiweißschnees. Serviert in großen Trinkgläsern und in beachtlicher Menge ist er schlicht ein Meisterwerk.

Auch die anderen Drinks, darunter zahlreiche eigene Kreationen, sind durchweg gut bis überdurchschnittlich. Deshalb ist die Jansen Bar auch einer der wenigen Orte, an denen Drinks mit Sahne ausnahmsweise erwogen werden können: Der schwierige und fast überall zur süßlichen Sauce missratende Brandy Alexander besticht hier durch unaufdringliche Eleganz und rettet nicht nur manchen Novemberabend.

Gastlich und kompetent ist der Service, der wie selbstverständlich frische Erdnüsse serviert, bevor er die Bestellung aufnimmt. Stilistisch lässt sich die Jansen Bar im weitesten Sinn zum neuen Berliner Chic zählen, der sich hier zu einer unaufgeregten und wohnlichen Variante verdichtet. So lässig wie gekonnt.

Eine der besten Bars – nicht nur in Berlin.

Qualität: 9 Punkte

Atmosphäre: 7 Punkte

Service: 9,5 Punkte

Summe: 25,5

* Areal am Südrand der Innenstadt zwischen den S-Bahn-Stationen Yorkstraße, Schöneberg, Südkreuz. Seit den Sozialistengesetzen des Kaiserreich traditionell ein „rot“ wählendes Viertel. Heute müsste das Viertel „Grüne Insel“ heißen.

Betreutes Trinken – Der gute Cocktail

Trinken ist eine Kunst. Allein gelingt sie selten.

Deshalb „betreutes“ Trinken – begleitet durch wen auch immer. Genossen werden hier ausschließlich Cocktails. Auch wenn das Mixen von Flüssigkeiten beliebt ist, es glückt nicht immer. Gute Cocktails sind selten und wirklich gute Cocktails sind so rar wie eine Offenbarung.

Unsere Ansprüche:
1) Qualität, Qualität, Qualität: In den Zutaten, Mengen und der Art der Mischung.
2) Atmosphäre: Welcher Stil auch immer, die Atmosphäre muss stimmen.
3) Service: Im Kern geht es um die Leidenschaft, mit der das Geschäft betrieben wird.
Alle drei Dinge sind gleich wichtig, werden gleichrangig bewertet, mit je

0 Punkten (Hölle) bis

10 Punkten (Himmel)

und sollten in 20 Zeilen zu beschreiben sein.

Dabei gilt:
Keine Einladungen. Die Bars werden selbst ausgesucht, die Drinks selbst bezahlt.
Keine Superlative. Sie verderben den Blick und die Sprache.
Keine Drinks mit Sahne. Ausnahmen bestätigen die Regel.

In diesem Sinne – Cheers!